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Ohne Bestrafung und Belohnung

Aktualisiert: 1. Okt. 2023


In seinem Buch "Liebe und Eigenständigkeit" schreibt Alfie Kohn, dass die Idee, Kinder mittels Belohnung und Bestrafung zu erziehen 1958 ihren Anfang nahm. Forscher fanden heraus, dass Tauben und Schimpansen mitteln Belohnung und Bestrafung dazu bewegt werden konnten, zu tun, was die Forscher von ihnen verlangten. Dies motivierte andere Forscher, dies auch bei Kindern zu versuchen. Es hat funktioniert und deshalb werden bis heute leider noch immer viele Kinder von ihren Eltern mittels Belohnung und Bestrafung "dressiert bzw. abgerichtet".


Was ist daran problematisch:

  1. Kinder sind keine Tiere. Sie haben die gleichen Rechte wie Erwachsene und sie dürfen nicht diskriminiert werden, nur weil sie schwächer und kleiner sind. Im Gegenteil, auf sie sollten wir besonders viel Rücksicht nehmen.

  2. Hinter dem Verhalten der Kinder steckt immer ein Grund (ein Wunsch, ein Bedürfnis oder ein Problem). Wenn wir einfach nur das Verhalten ändern, ohne den Grund zu berücksichtigen, ist das sehr egoistisch von uns. Wir sind dafür verantwortlich, dass es dem Kind gut geht. Deshalb müssen wir herausfinden, was es uns mit seinem Verhalten sagen will. Ein Bedürfnis ist lebenswichtig und sollte erfüllt werden (Nähe, Sicherheit, Nahrung etc.). Den Wunsch müssen wir nicht zwingend erfüllen, aber ihm zumindest Beachtung schenken. Ein Problem müssen wir lösen, sonst lassen wir unsere Kind im Stich.

  3. Wir möchten, dass Kinder lernen, ihren Verstand und ihr Herz zu benutzen. Wenn wir sie mittels Belohnung oder Bestrafung gefügig machen, dann lernen sie das nicht. Sie lernen nur noch Dinge zu tun, für die sie belohnt werden und sie werden Dinge meiden, bei denen eine Strafe droht. Sie lernen nicht, wie sie einen wichtigen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten können. Sie werden gezwungen, sich auf sich selbst zu konzentrieren, anstatt auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen. So werden die "Tyrannenkinder", vor denen alle Angst haben, erschaffen. Sie wurden darauf getrimmt, nur auf sich zu schauen und später werden sie dafür verurteilt - diese Kinder tun mir so leid.

  4. Kinder beginnen zu lügen, um Strafen zu entgehen. Meistens hören sie nicht auf, Dinge zu tun, die sie nicht sollten. Sie tun sie heimlich, indem sie ein Leben im Verborgenen führen.

  5. Belohnung macht süchtig. Kinder werden hungrig auf die Bestätigung von aussen.

  6. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass sie nur geliebt werden, wenn sie sich so oder so verhalten, dann geben sie sich selbst auf und spielen eine Rolle. Das wird sie auf Dauer jedoch unglücklich machen. Viele Erwachsene wissen heute gar nicht mehr, wer sie eigentlich sind. Sie sind nur die Summe der Erwartungen ihrer Eltern. Jeder zweite Erwachsene muss mittlerweile zum Psychologen und landet zwangsläufig bei der Erkenntnis, dass ihm die bedingungslose Liebe und Annahme seiner Eltern bis heute fehlt.


Es geht ohne Belohnung und Bestrafung. Kathy Weber zeigt uns wie:

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