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Auszeit = Einzelhaft = Liebesentzug

Aktualisiert: 1. Okt. 2023


Leider kennt fast jeder die "stille Treppe" der Supernanny.

Vermutlich lassen deshalb noch immer viele Eltern ihre Kleinkinder alleine im Zimmer zurück,

wenn diese sich nicht so verhalten, wie es die Eltern gerne hätten.

Mit dem Ziel, dass das Kind sich selbst beruhigt, über sein Verhalten nachdenkt und dieses Verhalten in Zukunft unterlässt.

In diesem Satz befinden sich 2 grosse Denkfehler.


Fehler Nummer 1:

Ein Kleinkind ist gar nicht fähig, über sein Handeln nachzudenken. Zudem kann es sein Verhalten nicht kontrollieren.

Im Bericht zur "Selbstkontrolle" habe ich bereits aufgezeigt, dass Kinder von ihren Gefühlen regelmässig überwältigt werden. Sie können deshalb ihr Handeln kaum steuern.

Selbst wenn sie "gehorchen" wollten, können sie es gar nicht, weil die Kontrollfunktion im Gehirn fehlt.


Fehler Nummer 2:

Wer von einem Kleinkind erwartet, dass es sich selbst beruhigt, der kann auch gleich erwarten, dass es sich selbst zu Abend kocht und so weiter.

Kleinkinder brauchen noch die sogenannte Ko-Regulation durch eine andere Person.

Sie brauchen das Mitgefühl bzw. das Verständnis einer anderen Person.

Durch Körperkontakt (streicheln, kuscheln) wird das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, welches das Adrenalin (Stresshormon) im Körper des Kindes reduziert. Damit beruhigt sich das Kind schneller.

Lässt sich das Kind nicht berühren, reicht es einfach nur da zu bleiben und Verständnis für das Kind aufzubringen. Die Tränen des Kindes sind echt, es leidet wirklich. Für uns mag es eine Lappalie sein, aber für das Kind ist es gerade sehr schlimm. Kinder denken sie überleben es nicht, wenn z.B. der Keks zerbrochen ist. Sie lernen erst mit der Zeit, dass dies nicht das Ende der Welt ist. Also bringt Verständnis für ihre Lage auf.

Selbst wenn Kleinkinder darauf bestehen, dass Eltern weggehen sollen, meinen sie es nicht so. Sie hoffen, dass Eltern da bleiben und bereit sind zum Kuscheln, sobald sich das Kind beruhigt hat. Wenn Kinder dazu neigen, sich in einem solchen Moment selbst zu verletzen, dann sollten die Eltern versuchen, das zu unterbinden (durch sanftes Festhalten oder indem sie Kissen unterlegen usw.).


Stell dir mal vor, du bist traurig oder wütend. Wie fändest du es, wenn dein Gegenüber einfach weggeht, dich auslacht oder sagt "reg dich ab"? Ich würde nur noch wütender oder trauriger werden. Ich würde mir wünschen, dass mich mein Gegenüber in den Arm nimmt, Verständnis für meine Gefühle aufbringt und da bleibt, um den Konflikt zu klären. Du auch?


Unseren Kindern geht es da genau gleich ...



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